Integrativ


Integration ist ein sozialer Prozeß, bei dem gleichberechtigtes Zusammenleben die Grundlage für, gemeinsame Erfahrungen und Erlebnisse ist. In diesem Prozeß sollten behinderte und nichtbehinderte Kinder ihre Grenzen erkennen, damit umgehen und akzeptieren lernen.
Wird Integration wirklich bejahrt, müssen Behinderte und Nichtbehinderte etwas geben, damit beide gemeinsam etwas Wesentliches und Grundlegendes gewinnen können:

  • Kontakt
  • Umgang und Freundschaft zwischen Behinderten und Nichtbehinderten

Durch das gemeinsame Erleben werden den Kindern Möglichkeiten eröffnet, mit den Anderen zu lernen, Schwierigkeiten gemeinsam zu bewältigen und eine Behinderung als Gegebenheit hinzunehmen.
Dies ist am besten im Kleinkindalter zu erreichen, da die Kinder eine Natürlichkeit besitzen, die alles vereinfacht.
Die gemeinsame Erziehung behinderter und nichtbehinderter Kinder ist seit Jahren wichtiger Bestandteil der pädagogischen Arbeit im Kindergarten Johannes in Lünen.
Die Mitarbeiterinnen interpretieren diese gemeinsame Erziehung aus ihrer christlich-sozialen Verantwortung heraus und aufgrund gemachter Erfahrungen und Erkenntnisse folgendermaßen:

  • Gesunde Kinder haben die Möglichkeit, im Miteinander mit behinderten Kindern
    Erfahrungen zu sammeln, die von grundlegender Bedeutung in der
    Persönlichkeitentwicklung sind.
  • Behinderte Kinder haben in einer natürlichen Umgebung die Möglichkeit, durch
    spielerische Nachahmung größere Lernerfahrungen und Fortschritte zu erreichen, als das in einer von Therapeuten künstlich hergestellten Lern- und Spielsituation der Fall ist.
  • Vorurteile, Hemmungen im Umgang mit Behinderten entstehen erst gar nicht oder können durch Aufarbeiten der Probleme abgebaut werden.
  • Eltern von behinderten Kindern haben das gleiche Recht wie Eltern nichtbehinderter
    Kinder, ihr Kind in einer Regeleinrichtung anzumelden.
  • Durch den Besuch des ortsnahen Kindergartens entstehen darüber hinaus auch Kontakte zu Nachbarkindern – für die Eltern behinderter Kinder Kontakte zu anderen Eltern.

Die pädagogische Arbeit der Mitarbeiterinnen versteht sich als vorbereitend und unterstützend für eine spätere integrative Beschulung.
Gemeinsam integrative Erziehung ist Teamarbeit; sie ist Angelegenheit aller; jeder fühlt sich verantwortlich und trägt diese Arbeit mit. Gerade darum ist diese Arbeit nur mit einer zusätzlichen Kraft zu bewältigen und sinnvoll umzusetzen. Die Arbeit mit den behinderten Kindern darf nicht losgelöst vom übrigen Erziehungsprozeß in der Gruppe gesehen werden, sie ist vielmehr alltäglicher Bestandteil im Gruppengeschehen.

Die Förderung der behinderten Kinder wird, soweit dies möglich ist, nicht in dem isolierten Angebot für diese Kinder gesehen, sondern vielmehr in der Klein- bzw. Großgruppenarbeit.
Der pädagogische Hintergrund liegt in dem Grundgedanken des gemeinsamen Lernens und in der spielerischen Nachahmungen.
Wichtige, unerlässliche Voraussetzungen für dieses Arbeiten ist das Vorhandensein von ausreichendem pädagogischem Personal, um den behinderten Kindern gezielte Hilfestellungen geben zu können.